Zwei Brände in nur 24 h im Plus-Energie-Hochhaus

Ein modern wirkendes Hochhaus steht unweit des Klinikums. Kommt man dem Bad Hersfeld überragenden Gebäude näher, mag man seinen Augen nicht recht trauen. Es ist über und über mit Photovoltaik-Panels bedeckt. Das ungewöhnliche Objekt gehört Hans-Peter Sunkel. Er ist auf dem Gebiet kein Neuling. Photovoltaik-Anlagen pflastern quasi jedes Dach, der nicht wenigen Immobilien im Familienbesitz, die meisten sind energetisch optimiert. Bei einigen Bauprojekten hat er „sich Gedanken gemacht“, wie er es bescheiden ausdrückt. Tatsächlich beschritt er erfindungsreich experimentelle Wege. Gerne arbeitete er dabei mit Startup-Unternehmen sogar aus dem europäischen Ausland zusammen und realisierte deren Pilotanlagen.

Der 59-Jährige ist ständig auf Fachmessen, besucht Vortragsveranstaltungen zu Energiethemen, sucht nach Innovationen und ist dabei mit seinem E-Fahrzeug unterwegs. Als auch diesbezüglicher Pionier kaufte er sich 2014 das damals in Deutschland noch eher unbekannte Tesla Model S. Das Auto vermietet er zu extrem günstigen Preisen. Es geht ihm darum die Sache voranzubringen. Für für die Mieter des Hochhauses hat er Lademöglichkeiten geschaffen und stellt ihnen für kleines Geld einen Renault Clio Electric zur Verfügung.

Doch das ist nicht das eigentlich spannede an seinem Hochhaus. Nicht nur, wie die meisten es kennen, auf dem Dach, auch drei Fassaden fangen Sonnenenergie ein. Nur die Nordseite ist ausgespart. Insgesamt 1.600 hocheffizient monokristalline Module sind verbaut, die jeweils 260 Watt liefern. Die ungewöhnliche Hausanlage kommt auf eine stolze 260 kwP-Leistung.

Nicht nur die tolle Außenoptik und das E-Fahrzeug locken Interessenten, die niedrigen Mietkosten schließen Heizungs- und die Stromversorgung ein. Dieses ungewöhnliche Modell resultiert aus der sehr ausgeklügelten Haustechnik.

Ein Gasbrennwertkessel läuft nur, wenn die Wärmepumpen nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. Das alte Gerät hatte 400 Kilowatt, das neue bringt maximal 80 kW-Leistung. Das reicht absolut aus, denn die Gebäudehülle wurde mit 160 mm zusätzlicher Mineralwolle isoliert. Neue dreifach verglaste Fenster mit modernen Rollladensystemen tun ihr Übriges dazu.

Brände verwüsten Mitte Januar an gleich zwei Tagen hintereinander das einzigartige Gebäude. Zum Glück gab es nur Leichtverletzte und weite Teile bleiben weiterhin uneingeschränkt bewohnbar. Die Ermittlungen bezüglich der Brandursachen laufen. Vermutlich wurde in beiden Fällen im Hausflur abgestellter Sperrmüll angezündet. Die Polizei ermittelt den Straftatbestand der Brandstiftung. Der Sachschaden wird auf insgesamt 100.000 Euro beziffert. Ein Zusammenhang mit der Haustechnik konnte bisher nicht festgestellt werden.

Hier die Doppelseite aus dem Tmagazin 1.2019: 26-27

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