Teslas Wettbewerbsvorteile bei Batterieproduktion

Obwohl die etablierte Automobilindustrie nun mit der Präsentation erster neuer E-Modelle in die Offensive geht, ist Tesla auch mittelfristig am längeren Hebel. Nicht nur, dass die Kalifornier seit Jahren Fahrzeuge abliefern, die das und noch viel mehr können, was die klassischen Pkw-Hersteller erst für den Beginn des nächsten Jahrzehnts ankündigen. Tesla ist mit im Ausbau befindlichen Produktionskapazitäten und seiner Autonomie in der Batterieherstellung auch für die weitere Zukunft bestens aufgestellt. In Kooperation mit Panasonic werden von Tesla Batteriesysteme selbst gebaut, die andere marktpreisabhängig zukaufen müssen. Zudem ist die weltweite Produktionskapazität dem kommenden Bedarf vermutlich in keiner Weise gewappnet, da ja nun alle Autohersteller elektrifizieren wollen beziehungsweise genau genommen eher müssen.

Bei den im Model 3 verwendeten Batterien ist es außerdem gelungen, den Cobalt-Anteil extrem zu reduzieren und zwar auf 2,8 Prozent. Panasonic hat angekündigt, den noch weiter zu senken; am Ende das umweltfeindliche und teure Cobalt überhaupt nicht mehr verwenden zu wollen. Auch andere Hersteller haben versucht, den Nickelanteil bei der Batterieherstellung zu erhöhen und das vor allem auch wachsender Preissteigerung ausgesetzte Cobalt herunterzufahren. Bisher mit eher bescheidenem Erfolg. Die südkoreanische SK Innovation und LG Chem hoffen demnächst Batterien liefern zu können, die 80 Prozent Nickel, 10 Prozent Cobalt und 10 Prozent Mangan enthalten. Bisherige Praxis der anderen Hersteller ist, dass in etwa gleiche Teile von Nickel, Cobalt und Mangan verwendet werden.

Cobalt ist auch aus menschenrechtlichen Gründen hoch problematisch. Mehr als die Hälfte des verwendeten Metalls stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Dabei werden etwa 20 Prozent von Hand abgebaut und ein großer Teil von Kindern. Von den Autoherstellern hat bisher lediglich Tesla transparent gemacht und nachgewiesen, dass das Unternehmen kein Cobalt aus Kinderarbeit verwendet. Amnesty International kritisiert, dass Konzerne wie Daimler, Volkswagen und BYD sowie LG Chem, der Batterielieferant von General Motors und Nissan, nicht versichern können, dass das von ihnen verbaute Cobalt nicht aus Kinderarbeit stammt.

Die Akkupreise sind in den letzten Jahren deutlich gefallen. Doch die Talfahrt könnte durch die wachsende Nachfrage, die steigenden Rohstoffpreise bei nicht nachkommenden Produktionskapazitäten unterbrochen werden. Nur Tesla scheint mit genannten Wettbewerbsvorteilen dem nicht ausgesetzt zu sein. Anfang Juni erklärte CEO Elon Musk, dass Tesla noch 2018 einen Zellpreis von 100 US-Dollar pro Kilowattstunde erreichen könne.

 

Foto: www.destillatio.eu

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